Beispiele für Passphrasen und wie sie funktionieren
Bist du es leid, dir ständig komplizierte Passwörter merken zu müssen, die du sofort wieder vergisst? Damit bist du nicht allein. Die gute Nachricht: Es gibt eine einfachere Lösung. Passphrasen sind sicher und deutlich leichter zu merken.
Wir erklären dir, was Passphrasen sind, warum sie sicherer sind, als du vielleicht denkst, und wie du sie nutzen kannst, ohne dir das Leben schwerer zu machen. Bereit, dem Passwort-Frust Lebewohl zu sagen? Dann legen wir los.
Was ist eine Passphrase?
Eine Passphrase ist wie ein verbessertes Passwort: länger, leichter zu merken und oft sogar sicherer. Statt kurzer, chaotischer Kombinationen aus Buchstaben und Sonderzeichen nutzt sie mehrere Wörter, die natürlicher wirken und sich besser einprägen lassen und so deine Konten schützen.
In der Regel besteht eine Passphrase aus vier oder mehr Wörtern, die zufällig gewählt sind, für dich aber trotzdem gut merkbar bleiben. Gängige Formen sind zum Beispiel:
- Wörter, die durch Leerzeichen getrennt sind
- Wörter mit eingemischten Sonderzeichen oder Zahlen
- Camel Case, bei dem jedes Wort großgeschrieben und ohne Leerzeichen aneinandergereiht wird
- Satzzeichen oder Trennzeichen wie Bindestriche
Passphrasenbeispiele mit echten Wörtern
Eine starke Passphrase muss nicht unnötig kompliziert sein. Sie sollte vor allem lang, unvorhersehbar und etwas sein, auf das nur du selbst kommen würdest. Vermeide gängige Redewendungen, bekannte Zitate oder alles, was zu offensichtlich ist. Besser ist es, nicht zusammenhängende Wörter zu kombinieren oder mit Zahlen und Sonderzeichen deine eigene Note einzubauen.
Hier sind ein paar anschauliche Beispiele:
| Passphrasen Beispiel | Beschreibung |
| roter elefant kaffee vulkan | Vier willkürliche nichtzusammenhängende Wörter |
| TrinkWasser$GesundBleiben@2025 | Personalisierte Phrase mit Symbolen und Nummern |
| VertraueNiemalsHungrigenHuskies | Schräger Camel Case Satz |
| Spielen-Chips-Spass-Abend | Eine leicht zu lesende Passphrase, durch Bindestriche getrennt |
Hinweis: Die Beispiele dienen nur zur Veranschaulichung. Achte darauf, deine eigene, einzigartige Passphrase zu erstellen.
Passphrase vs. Passwort: Was ist der Unterschied?
Passwörter und Passphrasen schützen zwar beide deine Konten, funktionieren jedoch unterschiedlich und bieten verschiedene Sicherheitsstufen.

Erstellung
Passphrasen sind einfacher zu erstellen, weil du echte Wörter oder kurze Wortfolgen verwenden kannst. Du kannst dir kurze Geschichten vorstellen und merkst sie dir deshalb leichter. Sie sollen zwar trotzdem schwer zu erraten sein, aber du kannst kreativ sein, ohne dass du sie gleich wieder vergisst.
- Passwort: In der Regel 8 bis 16 Zeichen mit einer Mischung aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.
- Passphrase: Meist vier oder mehr Wörter, gegebenenfalls ergänzt durch Satzzeichen oder Zahlen.
Sicherheit
Einer der größten Vorteile von Passphrasen ist ihre Länge. Sie erhöht die sogenannte Entropie, also den Grad der Unvorhersehbarkeit und die Anzahl möglicher Kombinationen. Dadurch werden Passphrasen selbst dann sehr viel schwerer zu knacken, wenn sie aus einfachen Wörtern bestehen. Mehr Zeichen bedeuten mehr mögliche Kombinationen, was Wörterbuch- und Brute-Force-Angriffe deutlich verlangsamt.
Genau deshalb betonen Cybersicherheitsexperten, unter anderem vom National Institute of Standards and Technology (NIST), die Bedeutung der Länge für besseren Schutz und erlauben ausdrücklich Passphrasen. Sie sind leichter zu merken und bieten gleichzeitig ein hohes Sicherheitsniveau. Auch die Electronic Frontier Foundation (EFF) weist darauf hin, dass die Kombination mehrerer zufälliger Wörter extrem viele mögliche Kombinationen erzeugt, wodurch Passphrasen sowohl merkfreundlich als auch für Computer sehr schwer zu erraten sind.
Benutzerfreundlichkeit
Passphrasen lassen sich in der Regel leichter merken und eingeben, weil sie natürlichen Sprachmustern folgen. Komplexe Passwörter hingegen sind oft schwer zu behalten und schnell vergessen, wenn man keinen guten Passwortmanager nutzt.
So erstellst du eine starke Passphrase: 7 Tipps
Eine starke Passphrase zu erstellen bedeutet, Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit in Einklang zu bringen. Diese Tipps helfen dir dabei:
1. Verwende lange Passphrasen
Länge ist dein bester Schutz. Strebe mindestens 16 Zeichen an (20 oder mehr sind noch besser). Ein paar zusätzliche Wörter erhöhen die Sicherheit deutlich.
2. Vermeide persönliche Informationen
Wähle Wörter, die nichts mit deinem persönlichen Leben zu tun haben. Vermeide Namen, Geburtstage, Adressen oder Pop-Culture-Bezüge, die leicht erraten werden könnten. Je unerwarteter und unabhängiger die Wörter, desto stärker die Passphrase.
3. Verwende keine Passphrasen wieder
Nutze für jedes Konto eine andere Passphrase. Wenn du sie wiederverwendest, sind alle Konten gefährdet, falls eines gehackt wird. Einzigartige Passphrasen zu verwenden ist eine der einfachsten Möglichkeiten, Schäden durch Datenlecks zu begrenzen.
4. Leicht merkbar machen
Die Passphrase sollte für dich leicht zu merken sein, ohne dass du sie aufschreiben musst. Nutze lebhafte Bilder oder Wortkombinationen, die nur für dich Sinn ergeben. Zum Beispiel „UhrenSchwimmenInVanilleRegen" klingt seltsam, erzeugt aber ein klares Bild in deinem Kopf und lässt sich so leichter abrufen.
5. Klein- und Großbuchstaben und Symbole mischen
Viele Websites verlangen Sonderzeichen oder gemischte Groß- und Kleinschreibung. Diese kannst du einbauen, ohne die Passphrase unlesbar zu machen. Beispiel: „Dünne!Löwen_LaufenSchnell" ist immer noch leicht zu tippen und zu merken und erfüllt die Anforderungen an die Komplexität.
6. Passphrasen sicher speichern
Auch wenn deine Passphrasen leicht zu merken sind, kann es schwierig sein, den Überblick zu behalten, besonders wenn jedes Konto eine eigene Passphrase hat. Ein vertrauenswürdiger Passwortmanager wie ExpressVPN Keys speichert alle Passphrasen sicher verschlüsselt an einem Ort. So musst du dich nicht allein auf dein Gedächtnis verlassen oder riskante Notizen machen.
Außerdem hilft er, deine Logins zu organisieren und schnell auszufüllen, was die Nutzung im Alltag einfacher und sicherer macht.
7. Passphrasen gelegentlich aktualisieren
Du musst sie nicht ständig ändern, aber denke daran, sie zu aktualisieren, wenn du von einem Sicherheitsvorfall erfährst, eine Warnung bekommst oder sie schon lange nicht geändert hast. Durch gelegentliches Erneuern verringerst du das Zeitfenster, in dem Angreifer sie knacken könnten.
Arten von Passphrasen
Nicht alle Passphrasen werden auf die gleiche Weise erstellt. Wie du deine Passphrase zusammenstellst, beeinflusst sowohl ihre Sicherheit als auch, wie leicht sie zu merken ist. Hier ist ein kurzer Überblick über die gängigsten Typen:
Diceware Passphrasen
Eine Diceware-Passphrase wird erstellt, indem du völlig zufällige Wörter aus einer speziellen Diceware-Wortliste auswählst. Du wirfst echte Würfel, um jedes Wort zu bestimmen, sodass das Ergebnis unvorhersehbar ist und keine persönlichen Muster enthält, die Angreifer erraten könnten.
- Beispiel für eine Diceware-Passphrase: Zahn Ellbogen Vorhang Dampf Taxi

Mehr erfahren: Weitere Informationen findest du in unserem Leitfaden zum Erstellen sicherer und einprägsamer Passwörter mit Diceware.
Passphrasen mit Eselsbrücken
Passphrasen mit Eselsbrücken nutzen Sätze oder Formulierungen, die du dir leicht merken kannst. Häufig verwenden Menschen den ersten Buchstaben jedes Wortes, eine selbst erfundene Zeile oder ein Muster, das sie sich merken können.
Beispiel:
- Satz: Mein Hund schnarcht um 3 Uhr jede Nacht
- Kurzform: Mhs@3Ujn
- Vollständige Passphrase: MeinHundSchnarchtUm3UhrJedeNacht
Diese Methode erhöht die Merkfähigkeit, kann aber weniger zufällig sein. Vermeide bekannte Zitate oder Songtexte, da Angreifer diese oft zuerst überprüfen.
Hybride oder modifizierte Passphrasen
Hybride Passphrasen kombinieren verschiedene Techniken: zufällige Wörter, Zahlen, Satzzeichen oder sogar ein bisschen persönliche Logik. Sie schaffen so eine Balance zwischen Sicherheitsanforderungen und Benutzerfreundlichkeit.
- Beispiel für eine sichere hybride Passphrase: Blaue7-Mango#Fährt_Karotten88
Solche Kombinationen sind flexibel und eignen sich besonders gut für Websites, die zusätzliche Komplexität verlangen, bleiben dabei aber für dich merkbar.
Passphrasen-Sicherheit messen
Die Stärke einer Passphrase hängt davon ab, wie schwer sie zu erraten ist, nicht nur für einen Menschen, sondern auch für einen Computer, der Milliarden von Kombinationen ausprobieren kann. Starke Passphrasen zeichnen sich durch drei zentrale Merkmale aus: Länge, Zufälligkeit und Einzigartigkeit.
Entropie ist ein Maß dafür, wie stark eine Passphrase ist. Sie zeigt, wie unvorhersehbar deine Passphrase ist, und wird meist in Bits angegeben. Je höher die Entropie, desto mehr mögliche Kombinationen müsste ein Angreifer ausprobieren, wodurch das Knacken deutlich erschwert wird.
Man kann sich das wie Würfeln vorstellen: Je mehr Würfel du wirfst, desto mehr mögliche Ergebnisse gibt es.
Beispiel: „Sommer2025" hat eine niedrige Entropie, weil es einem leicht zu erratenden Muster folgt. Im Vergleich dazu hat eine Passphrase wie „tiger banane wolke schraubenschlüssel folie" eine deutlich höhere Entropie, da sie länger ist und aus zufälligen, nicht zusammenhängenden Wörtern besteht.
Mehr Entropie bedeutet also mehr mögliche Kombinationen und besseren Schutz gegen Brute-Force-Angriffe.
Vorteile von Passphrasen
Passphrasen bieten gegenüber herkömmlichen Passwörtern einige deutliche Vorteile, die sie besonders interessant machen:
- Leichter zu merken: Wie bereits erwähnt, bestehen Passphrasen aus ganzen Wörtern oder Sätzen, wodurch sie natürlicher und einfacher im Gedächtnis bleiben als zufällige Zeichenfolgen.
- Schwieriger zu knacken: Dank ihrer Länge und Unvorhersehbarkeit besitzen Passphrasen eine höhere Entropie, was sie für Angreifer deutlich schwerer zu erraten oder per Brute-Force zu knacken macht.
- Fördert einzigartige Passwörter: Da Passphrasen leichter zu merken sind, neigt man weniger dazu, sie für mehrere Konten wiederzuverwenden. Das reduziert das Risiko, falls eine Website kompromittiert wird. Erfahre, warum einzigartige Passwörter wichtig sind.
- Verbessert das Login-Erlebnis: Das Eintippen einer Passphrase fühlt sich einfacher und natürlicher an, als sich mit komplizierten Symbolen und Zahlen herumzuschlagen.
Nachteile von Passphrasen
Auch wenn Passphrasen Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit verbessern, gibt es einige Nachteile, die du beachten solltest:
- Nicht überall unterstützt: Manche Websites oder Apps begrenzen die Passwortlänge oder erlauben keine Leerzeichen und bestimmte Sonderzeichen. In solchen Fällen musst du deine Passphrase anpassen oder vereinfachen.
- Länger zum Eingeben: Mehr Wörter bedeuten mehr Zeichen, was das Tippen verlangsamen kann, besonders wenn Satzzeichen oder gemischte Groß-/Kleinschreibung enthalten sind. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit von Eingabefehlern beim Login.
- Potenziell unsichere Speicherung: Wenn eine Passphrase zu kompliziert ist, besteht die Gefahr, dass du sie aufschreibst oder unsicher speicherst, was die Sicherheitsvorteile wieder verringert.
Tipp: Nutze Passphrasen in Kombination mit Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) und achte auf Phishing-Angriffe, um deine Sicherheit insgesamt zu erhöhen.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Passphrasen
Wie sieht eine Passphrase aus?
Eine Passphrase besteht in der Regel aus einer Reihe von zufälligen oder sinnvollen Wörtern, die zu einem langen, einprägsamen Satz kombiniert werden. Im Gegensatz zu Passwörtern aus zufälligen Zeichen sind Passphrasen meist leichter zu lesen und zu merken. Du kannst außerdem Satzzeichen, Zahlen oder Großbuchstaben einfügen, um die Anforderungen einer Website zu erfüllen, ohne dass die Passphrase schwer merkbar wird.
Wie erstelle ich eine sichere Passphrase?
Beginne damit, vier oder mehr nicht zusammenhängende Wörter auszuwählen, um eine lange und schwer vorhersehbare Passphrase zu erstellen. Verwende eine zufällige Wortliste oder einen Generator, vermeide persönliche Informationen und füge nach Bedarf Symbole oder Zahlen hinzu, um die Komplexität zu erhöhen. Wichtig ist, dass du auf Länge, Unvorhersehbarkeit und Merkfähigkeit achtest, ohne auf gängige Phrasen oder vorhersehbare Muster zurückzugreifen.
Welche Art von Passphrase ist am besten?
Die beste Art von Passphrase besteht aus zufälligen, nicht zusammenhängenden Wörtern. Kombinationen wie „Lamm Rakete Brise Tal" bieten eine hohe Entropie und bleiben trotzdem gut merkbar, wenn du dir eine lebhafte Geschichte oder ein Bild dazu vorstellst. Du kannst die Passphrase zusätzlich stärken, indem du Zahlen, Satzzeichen oder eine persönliche Note einfügst, solange du vorhersehbare Muster oder öffentliche Referenzen vermeidest.
Was ist ein Beispiel für die Reihenfolge einer Passphrase?
Ein Beispiel für die Reihenfolge einer Passphrase zeigt, wie du die gewählten Wörter so anordnest, dass daraus eine einprägsame und gleichzeitig sichere Phrase entsteht. Zum Beispiel erzeugt die Abfolge „Wolke Tiger Banane Schraubenschlüssel" eine einzigartige Passphrase, die schwer zu erraten, aber für dich leicht zu merken ist. Die gewählte Reihenfolge sorgt dafür, dass die Passphrase persönlich und unvorhersehbar bleibt.
Sind Passphrasen sicherer als Passwörter?
Passphrasen sind in der Regel sicherer als herkömmliche Passwörter. Ihre größere Länge und die Verwendung mehrerer Wörter machen sie für Angreifer deutlich schwerer zu erraten oder per Brute-Force zu knacken. Während ein typisches Passwort oft kurz und kompliziert, dafür aber schwer zu merken ist, vereint eine gute Passphrase Länge, Unvorhersehbarkeit und Merkfähigkeit und bietet so stärkeren Schutz, ohne die Benutzerfreundlichkeit zu beeinträchtigen.
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